Barkassen und elektronische Kassensysteme

 

 

Grundsätzlich muss eine Barkasse täglich geführt werden, d.h. Einnahmen und Ausgaben des Tages sind nachvollziehbar aufzuzeichnen. D.h. die offene Ladenkasse darf nach wie vor geführt werden und eine Einzelaufzeichnungspflicht besteht nur, wenn es zumutbar ist. §146-148 AO

 

Das Finanzamt ist jederzeit dazu berechtigt unangekündigt vorbei zu kommen, um die Kasse zu prüfen, die sogenannte Kassennachschau. §146b AO

 

Wird ein elektronisches Kassensystem genutzt, sind weitere Vorschriften einzuhalten. Seit 2010 wird solch ein System nur anerkannt, wenn es jeden Umsatz einzeln aufzeichnet und die Daten speichert. Und seit dem 01.01.2020 sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen. Wobei es Schonfristen bis zum 30.09.2020 und 31.12.2022 gibt.

 

Ab 01.01.2020:

Jede elektronische Kasse muss für jeden Umsatz einen Beleg an den Kunden ausgeben, in Papierform oder elektronisch. Wenn es Ihnen unzumutbar erscheint, können Sie es mit einem Befreiungsantrag versuchen, § 148 AO.

 

Ab 30.09.2020:

Das elektronische Kassensystem muss mit einer TSE Zertifizierung vom BSI ausgestattet sein. Diesen technischen Standard gibt es seit Dezember 2019. Für Systeme, die nach dem 25.11.2010 angeschafft wurden, bieten die Hersteller in der Regel eine Umrüstung an. TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) und BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)

Jedes Unternehmen muss die Art und die Anzahl der eingesetzten elektronischen Kassensysteme, mit Seriennummer, dem Finanzamt melden. Die Meldung hat über ein amtliches Formular zu erfolgen, innerhalb eines Monats nach der Anschaffung. §146a AO

 

Ab 01.01.2023

Reine elektronische Kassensysteme (keine PC-Kassen), die vor dem 25.11.2010 angeschafft wurden, aber schon den Standard für 2010 (Einzelaufzeichnung und Speicherung) erfüllten, müssen bis dahin durch die zertifizierten Systeme ersetzt werden. 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Iris Thomsen Autorin und Referentin